Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Nürnberg

Dr. Ulrich Maly

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nürnberg,
sehr geehrte Gäste unserer Stadt,

2016 feiern wir in Nürnberg bereits zum 19. Mal in Folge den Christopher-Street-Day als Straßenfest. Die Straßen der Stadt und auch das Rathaus sind erneut mit den Farben des Regenbogens geschmückt. Damit zeigen Stadt und Einrichtungen „Nürnberg ist bunt“.

Ich danke ausdrücklich den Verantwortlichen für das Motto „Vielfalt verdient Respekt. Grenzenlos!“ Auch wenn es erstmals keine Eigenkreation ist, sondern von den CSD-Machern der bayerischen Landeshauptstadt übernommen wurde, beschreibt es eindrucksvoll, worum es uns gerade in Zeiten wie diesen gehen muss.

Die Nürnbergerinnen und Nürnberger stehen in überwiegender Mehrheit zu einer offenen und bunten Stadtgesellschaft. Das zeigen sie immer und immer wieder eindrucksvoll, wenn sie den Ewiggestrigen, die glauben sie wären das Volk, entschieden entgegentreten.

Ich danke Ihnen allen, die Sie sich in unserer Stadt für die Durchsetzung der Menschenrechte einsetzen und all denen, die im Jahr 2015 und zum Teil bis heute helfen, dass aus ihrem Heimatländern geflüchtete Menschen bei uns gut aufgenommen und betreut werden. Insbesondere danke ich auch Fliederlich e.V., dass durch den Verein eine eigens für geflüchtete LSBTI-Menschen eine Wohngemeinschaft eingerichtet wurde und sie dort eine qualifizierte Betreuung erfahren dürfen.

Ich habe mich aber auch sehr gefreut, dass Förderverein Christopher-Street-Day Nürnberg in diesem Jahr eine Patenschaft für ein neu angelegtes Pflanzbeet an der Gedenkstele für die homosexuellen Opfer der Nazizeit übernommen hat. Damit machen Sie alle deutlich, dass es gilt die Erinnerung zu bewahren um einen solchen Spuk nicht mehr aufkommen zu lassen.

Ich danke den CSD-Organisatoren ausdrücklich für das Engagement und hoffe mit Ihnen allen auf ein angenehmes CSD-Wetter. Sie alle, die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer leisten auch an dieser Stelle einen für die Stadt Nürnberg bedeutsamen Beitrag für ein lebenswertes und offenes Miteinander in unserer Stadt.

Bitte bedenken Sie in diesen Tagen aber auch, dass das, was für die LSBTI-Bürgerinnen und Bürger in unserem Land erreicht wurde, zwar richtig ist, in vielen Ländern der Welt, auch in einigen Nachbarländern, aber noch ein weiter Weg zu gehen ist, um auch nur annähernd die Gleichstellung zu erreichen, wie wir sie haben.

Dessen sollten wir uns immer wieder bewusst sein.

Ihr

Dr. Ulrich Maly